WM 2011 Karlsruhe-Kampfsportschule Berk sehr Erfolgreich
Zum dritten Mal fand die diesjährige Weltmeisterschaft der Kampfkünste der World Karate and Kickboxing Association (WKA) in der Fächerstadt Karlsruhe statt. Wie auch in den vergangenen Jahren trafen sich vom 21. bis zum 28. August 2011 etwa 1600 Sportler aus über 30 Ländern, um sich gegenseitig im fairen Wettkampf zu messen. Neben Teams aus Großbritannien, Kanada und den USA waren erstmals auch Kämpferinnen aus dem Iran dabei.
Ebenfalls unter den Startern waren die sieben Sportler und Sportlerinnen der Kampfsportschule Berk: Nicole Heiduck (11 J.) aus Dorndorf, Tanja Schade (13 J.) aus Spahl, Christine Kranz (16 J.) aus Tiefenort, Claudia Kiesler (25 J.) aus Geisa, Trainer Michael Berk (25 J.) aus Pferdsdorf, Thomas Falk (31 J.) aus Stadtlengsfeld sowie Andreas Rauch (32 J.) aus Unterbeizbach.
Alle sieben starteten in der Kategorie Leichtkontakt- Kickboxen, das heißt, dass in 2 x 2 Minuten Kampfzeit (bzw. 1 x 2 Min. bei den Kindern und Jugendlichen) möglichst viele Treffer am Gegner platziert werden und der Sieg dann nach Punkten entschieden wird.
Unsere Kämpfer hatten dieses Jahr wieder Glück, denn die Leichtkontaktklassen sollten gleich an den ersten beiden Tagen ausgetragen werden. Nach einer lockeren Trainingseinheit unter den Bundestrainern am Montagmorgen waren die drei Männer, sowie Christine und Tanja am Dienstag an der Reihe; mittwochs sollten Nicole und Claudia kämpfen.
Am Dienstag ging als erstes Andreas Rauch in der Männerklasse -75kg auf die Matte. Gleich in der ersten Runde traf er auf einen starken und harten Gegner aus dem Libanon. Er konnte jedoch die Trainingsschwerpunkte gut umsetzen und gewann. Im Halbfinale traf er dann auf den Engländer Chris Djaelani. Auch gegen diesen konnte er sich gut behaupten, verlor aber am Ende dennoch gegen den jetzigen Weltmeister. Somit erkämpfte sich Andreas auf seiner 2. WM die Bronzemedaille.
In der Klasse -85kg starteten Thomas Falk und Michael Berk. Thomas hatte gleich den ersten Kampf gegen einen Engländer zu bestreiten. Dieser setzte Thomas enorm unter Druck. Obwohl der Deutsche immer wieder gut konterte, verlor er knapp gegen den späteren Vizeweltmeister. Auch Michael stand mit Christian Thompson ein Engländer gegenüber. In diesem technisch sehr hochwertigen Kampf punkteten beide Sportler immer wieder mit unterschiedlichsten Kicks zum Kopf und schnellen Hand-Fuß-Kombinationen. Obwohl Michael knapp mit 2:1 Kampfrichterstimmen verlor, war dieser Kampf einer der besten des Tages und der alte Vize-Weltmeister wurde somit vom neuen Weltmeister „abgelöst“.
Als nächstes starteten die Jugendklassen. Tanja, welche im vergangenen Jahr bei den Kids Weltmeisterin wurde, kämpfte sich auch dieses Jahr in der -45kg-Klasse bis ins Halbfinale vor. Hier stand sie, wie auch ihre Teamkollegen vorher, einer Engländerin gegenüber. Tanja konnte immer wieder den Angriffen ihrer Gegnerin ausweichen und wie gewohnt mit sauber ausgeführten, schnellen, Kicks zum Kopf wertvolle Punkte sammeln. Sie gewann den Kampf souverän und sicherte sich so den Einzug ins Finale am Donnerstag.
Als letzte an diesem Tag war Christine Kranz bei den Jugendlichen -60kg an der Reihe. Nach erfolgreichen Vorkämpfen, in denen sie die Trainingsstrategien gekonnt umsetzte, musste sie sich im Halbfinale gegen die Schottin Jodi Henderson behaupten. Diese kämpfte sehr hart und machte permanent Druck nach vorne. Christine konnte zwar immer wieder gut ausweichen und mit schnellen Hand- Fuß- Kombinationen punkten. Dennoch verlor sie am Ende gegen die Weltmeisterin und ging mit einer Bronzemedaille nach Hause.
Am Mittwoch sollten die Vorkämpfe der Damen- und Kinderklassen ausgetragen werden.
Vormittags startete Nicole Heiduck bei den weiblichen Kids -35kg. Sie stand ebenfalls einer Schottin gegenüber. Nicole bewegte sich super und traf ihre Gegnerin dreimal mit schnellen, ganz sauber ausgeführten, Axekicks am Kopf. Daraufhin gab die Schottin auf und Nicole zog nach einem ihrer besten Kämpfe überhaupt verdient ins Finale am nächsten Tag ein.
Claudia startete wie gewohnt in der Damenklasse -60kg. Auch sie konnte sich bis ins Halbfinale vorkämpfen. Hier traf sie auf ihre altbekannte englische Finalgegnerin Rebecca Jennings von 2009. Claudia konnte gut Druck auf die schnelle und sehr bewegliche Engländerin ausüben und die taktischen Vorgaben der Trainer gekonnt umsetzen. Nach hartem und relativ ausgeglichenem Kampf siegt Jennings jedoch knapp mit 2:1 Kampfrichterstimmen. Und so konnte auch Claudia die Heimreise mit ihrer nun 3. Bronzemedaille antreten.
Direkt für den darauffolgenden Tag standen die Finals der Kinder und Jugendlichen auf dem Plan. Nicole stand hier der Deutschen Gorjana Stoeva aus Würzburg gegenüber, gegen welche sie in der vergangenen Saison schon mehrmals gekämpft hat. Leider siegte bei Nicole in ihrem erstem WM- Finale die Aufregung, so dass sie die eingeübte Taktik nicht ausreichend umsetzen konnte. Nach gutem Kampf ging sie als Vizeweltmeisterin von der Matte, was sie sich durch ihre enorme Leistungssteigerung innerhalb dieser Saison mehr als verdient hat.
Anschließend musste sich Tanja gegen die ältere und größere Tschechin Fabiana Bytyqi behauten. Auch hier kämpfte sie taktisch sehr gut und konnte wie schon im Halbfinale immer wieder mit ihren Kopfkicks punkten und mit geschicktem Ausweichen der gegnerischen Angriffe die Kampfrichter überzeugen. Trotz harter Gegenwehr von Seiten der Tschechin und einem Sturz gewann Tanja ihren wohlverdienten 2. Weltmeistertitel in Folge.
Am Samstagabend fanden schließlich noch die Teamkämpfe der Herren statt. Hierbei stehen sich pro Mannschaft jeweils 5 Starter einer Nation gegenüber, und wer zuerst 3 Kämpfe (je 1×2 Minuten) gewinnt, entscheidet die Runde für sich. Im Halbfinale trafen die Deutschen, unter ihnen Michael Berk, auf Libanon. Michael konnte seinen Kampf souverän gewinnen und auch seine Teamkollegen siegten. So stand Deutschland gegen ein starkes englisches Team im Finale. Leider ging die Taktik der Engländer besser auf und so gingen die ersten 3 Kämpfe und der Weltmeistertitel an die Briten. Dennoch freut sich Michael, nach Pech im Einzel, über eine Silbermedaille sehr.
Die Bilanz der diesjährigen Weltmeisterschaft mit 3 Mal Bronze, 2 Mal Silber und einer Goldmedaille fällt wie auch schon in den vergangenen Jahren sehr gut aus. Nun heißt es aber, auf der erbrachten Leistung weiter aufzubauen. Immerhin steht mit der deutschen Meisterschaft Ende Oktober schon wieder das erste Qualifikationsturnier für die WM 2012 in Orlando/Florida vor der Tür.